Welche Motorradbekleidung zieh ich an?

Grundlegend unterscheidet man zwischen Textil- oder Lederbekleidung. Es kommt ganz auf das Motorrad und den jeweiligen Fahrstil an. Der Rennfahrer mit dem Supersportler wird vermutlich zum Lederkombi tendieren und das ist gut so. Ab einer Geschwindigkeit von über 200 km/h wird die Textilbekleidung zu Handicap, sie beginnt zu flattern und erschwert dadurch das Lenken. Besonders schlimm ist es am Naked Bike, da ist es kaum noch möglich die Geschwindigkeit über 200 km/h zu fahren. Die Textilbekleidung hat großartige Eigenschaften die im Tourenbereich excellent zum Einsatz kommen können. Hingegen zur Lederbekleidung ist sie Wasserabweisend, Atmungsaktiv und man hat ein Winterfell im Inneren integriert – alles was ein Tourenfahrer benötigt. Im Textilbereich gibt es noch diverse Abstufungen wie Jeans- oder Motocross Bekleidung. Der Chopperfahrer wird mit großer Wahrscheinlichkeit weder mit Textil- noch mit Lederbekleidung fahren. Hierfür hat die Motorradbekleidung Industrie auch schon eine Lösung parat, es gibt die Motorradbekleidung auch in eine Jeans oder Stoff Ausführung.

Was gibt es bei der Lederbekleidung zu beachten?

Lederkombis gibt es als 1. oder 2-Teiler, welche Variante für einen passt muss man ausprobieren. Der 2-Teiler hat den Vorteil dass man die Jacke von der Hose trennen kann, im Sommer ist das sehr angenehm. Wer mit der Lederkombi fährt sollte sich Funktionsunterwäsche gleich mit einpacken. An heißen Tagen im Sommer schwitz man sehr und die Lederkombi klebt an einem, wenn man keine Funktionsunterwäsche darunter trägt kann es vorkommen das beim herausschlüpfen das Innenfutter an einem hängen bleibt.

Zur Herstellung von Lederkombis wird z.B. Rind- und Känguruleder verwendet. Beide sind auch in dünner Ausführung zug- und reißfest. Neben dem Material ist die Verarbeitung für Haltbarkeit und Schutz entscheidend. Das Leder sollte mit dem Futter fest verbunden sein, damit es bei Stürzen nicht verrutscht. So wird die Gefahr von Verbrennungen minimiert. An exponierten Stellen wie Po und Schultern sollte eine Lederdoppelung vorhanden sein. Nähte sind bei allen Textilien die größten Schwachstellen, vor allem bei Lederkombis. Je weniger Einzelteile, desto besser. Alle sturzgefährdeten Zonen müssen mit Sicherheitsnähten aus Sicherheitsgarn versehen sein. Alle schmückenden Elemente sollten nur aufgesetzt und nicht integriert sein.

Lederkombis sollten eng anliegen, aber dennoch Bewegungsfreiheit bieten. Falten dürfen ebenso wenig vorhanden sein wie drückende und zwickende Stellen. Protektoren erhöhen die Sicherheit und können im Bereich von Schultern, Ellenbogen, Wirbelsäule, Schienbeinen und Knien angebracht sein. Ein Protektor muss das Gelenk ganz umschließen, damit es sich beim Sturz nicht verdreht.

Hautsympathische Eigenschaften machen moderne lederkombis noch komfortabler. Mit antiseptischem Polyester- oder Baumwollnetzfutter erhöht sich der Tragekomfort erheblich. Perforierte Zonen an Armen, Beinen, Brust und Rücken sorgen für gute Luftzirkulation und regulieren die Schweißbildung. Reißverschlüsse, die an den Ärmelstulpen automatisch arretieren, sind besonders praktisch. Gute Kombis sollten an der Schulterpartie mit schlagabsorbierenden Kunststoffschalen ausgestattet sein und durch Stretchgewebe an Ärmeln und Kniekehlen nachgeben. Verstärkter Stretch im Schritt, Polsterungen oder Lederdoppelungen an Steißbein und Hüften, ein Neopreneinsatz im Nacken und Platz für einen Rückenprotektor haben sich bei Lederkombis ebenfalls bewährt.

Lederkombis, Hosen und Jacken aus Glattleder sollten auch während der Saison mit einem feuchten Tuch regelmäßig gereinigt werden. Hartnäckige Verschmutzungen wie Fliegen können zuvor „eingeweicht“ werden. Bewährte Hausmittel sind Kernseife und ein weicher Schwamm. Auf jeden Fall sollte Lederkleidung regelmäßig mit Lederfett eingerieben werden. Das verhindert nicht nur das Austrocknen und Verhärten des Leders, es schützt auch gegen allzu schnelles Eindringen von Nässe. Noch besser kann man Lederbekleidung gegen Regen schützen, wenn vor dem Einfetten auf die trockene Oberfläche ein Imprägnierspray für Motorradkleidung aufgetragen wird. Der Regen perlt dann besser ab und das Leder saugt sich nicht so schnell voll. „Wasserdicht“ wird die Bekleidung allerdings nicht.
Weil Leder als natürlicher Rohstoff atmet, sollte mit dem Fett sparsam umgegangen werden. Wird Leder zu stark eingefettet, setzten sich die Poren der Tierhaut zu und es bilden sich hässliche Rückstande. Am besten verwendet man einen weichen Lappen und reibt die Oberflächen kreisförmig und dünn ein. Im Motorrad-Zubehörhandel sind Lederfette ab rund sechs Euro zu bekommen. Neben farblos gibt es sie auch für schwarze Leder-Versionen. Wer auf Natur setzt, der kann sogar Lederbalsam mit Bienenwachs wählen.
Bei hydrophobiertem Leder, das durch spezielle Gerbprozesse Wasser abweisend ist, sollten nur Pflegemittel eingesetzt werden, die diese Eigenschaft nicht einschränken. Normale Lederfette sind tabu. Auch für Velours- oder Nubukleder darf statt fettigen Produkten nur ein spezielles Spray verwendet werden. Solches Leder kann mit einem Krepptuch gereinigt werden, das die speckig gewordene Oberfläche wieder aufraut.
Die immer wieder gestellte Frage, ob stark verschmutzte oder verschwitzte Lederkombis und Motorrad-Handschuhe nicht in der Waschmaschine gereinigt werden können, ist nicht eindeutig zu beantworten: Es hängt vom Leder ab. Wenn, dann nur mit hohem Wasserstand im Schonwaschgang mit Temperaturen unter 30 Grad und auf jeden Fall nur mit Feinwaschmittel. Ebenfalls verzichtet werden muss auf den Schleudergang und den Trockner. Nach dem Trocknen ohne Sonneneinstrahlung ist kräftiges Einfetten Pflicht. Bei neuen Leder-Handschuhen ist ein Waschgang vor dem Tragen sogar ein probates Mittel, Abfärben auf die Hände bei Regen zu verhindern. Eherne Regel sollte allerdings sein, jegliche Ausrüstungsstücke mit Protektoren und Innenfutter nicht so zu reinigen, falls sich beides nicht herausnehmen lässt.

Was gibt es bei der Textilbekleidung zu beachten?


Gleiches gilt für die Vielzahl von Textilkleidung mit Membranen, bei denen grundsätzlich zuerst die eingenähte Pflegeanleitung des Herstellers beachtet werden muss. Prinzipiell kann solche Fahrerausrüstung im Schonwaschgang mit Spezial- oder Feinwaschmittel in der Waschmaschine bis 30 Grad gewaschen werden. Starke Verschmutzungen sollten vorbehandelt werden. Damit Waschmittel-Rückstände bei solchen Materialien gänzlich vermeiden werden, muss ausreichend klargespült werden. Am besten wird der Spülgang wiederholt. Weichspüler darf aber auf keinen Fall verwendet werden. Die meisten Hersteller raten von der Nutzung eines Wäschetrockners ab.
Hinter der Faustregel „Besser oft ohne oder mit wenig Waschmittel, als selten mit viel pflegen“ steckt die Gewissheit, dass häufiges Waschen die Atmungsaktivität solcher Motorrad-Bekleidung nicht beeinträchtigt. Spätestens nach drei Waschgängen müssen jedoch Kleidungsstücke mit entsprechendem Imprägnierspray behandelt werden. Die Wasserdichtheit der Membrane wird dadurch nicht erhöht: Das Imprägniermittel ummantelt die Fasern des Oberstoffes, der so besser gegen Schmutz und Wasser geschützt wird. Einige Hersteller empfehlen, Reinigung und Imprägnierung solcher Motorrad-Bekleidung in einem Reinigungsbetrieb vornehmen zu lassen, der eine gleichmäßige Verteilung des Imprägniermittels auf der gesamten Fläche gewährleisten kann.

Richtiges aufbewahren der Motorradbekleidung

sollte nur an Orten überwintert werden, wo Trockenheit und relativ gleichmäßige Temperaturen herrschen. Bestens ist hierfür ein Kleiderschrank geeignet, in den die Kombi mit Innenfutter und Protektoren auf einen Bügel gehängt werden. Soll die Kleidung zusätzlich durch einen Kleidersack geschützt werden, muss dieser luftdurchlässig sein – ein Plastiksack ohne Luftlöcher sollte deswegen unten offen sein! Falten von Leder und Textilien ist grundsätzlich zu vermeiden. Leder kann sich an den Faltstellen verziehen oder verfärben. Erheblich verstärkt wird dieser Effekt beim Stapeln.

Quellen: https://www.polo-motorrad.de / https://www.adac.de

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